Musikalische Meditation am 1. Mittwoch im Monat

 

 

Mittwoch, 6. März 2024, 17.30 Uhr, Jesuitenkirche Solothurn

 

 

Ausführende

 

Ensemble Dragma

Agnieszka Budzińska-Bennett – Gesang und Harfe

Grace Newcombe – Gesang und Harfe

Jane Achtman – Vielle

Marc Lewon – Vielle, Laute, Gittern und Gesang

Caroline Ritchie – Vielle

opera

 

Programm

 

Marianische Messe

Estienne Grossin – Kyrie (mit Kyrie cum iubilo)

Johannes Ciconia – Gloria (Regina gloriosa)

Johannes Ciconia – Credo (Regina gloriosa)

 

Hl. Stanislaus – der Patron von Krakau

Mikołaj z Radomia (Nicolaus de Radom) – Ballade (instrumental)

Wincenty z Kielczy – Leta mundus (Sequenz)

Mikołaj Ostroróg – Pastor gregis egregius (instrumental)

 

Die Königsfamilie  

Mikołaj z Radomia – Hystorigraphi aciem (ein Lied zur Geburt von Prinz Casimirus)

Indescort Instrumentalstück

Nitor inclite claredinis (ein Lied zur Geburt von Prinz Ladislaus)

Salve thronus – instrumentale Bearbeitung

Cracovia civitas – ein Loblied auf Krakau und die Königliche Familie

 

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LAUS CRACOVIAE – Lieder für Krakau und das Königshaus

O Stadt Krakau!

Vereint in deiner Bürgerschaft,

mit einer Schar von Priestern,

Staatsmännern und mit Kindern gesegneten Müttern:

Reichtümer in Hülle und Fülle schmücken dich.

(Stanisław Ciołek, Bischof von Posen, ca. 1430)

 

In diesem Programm erklingen virtuose Instrumentalstücke und Hoflieder zum Lob des polnischen Königshauses. Sie stammen aus der berühmten Handschrift Kras 52 (Warszawa, Biblioteka Narodowa, ms. III.8054). In Liedern über die goldene Stadt Krakau, Königssitz der Jagiellonen-Dynastie, wird das lebendige Leben dieser mittelalterlichen Stadt beschrieben. Weitere Lieder zeichnen die politischen Triumphe der Machthaber nach, in Liedern zur Geburt königlicher Thronfolger wird innegehalten und über den frisch geborenen Säugling reflektiert.

Ergänzt werden diese prachtvollen Loblieber mit auch in Kras 52 erhaltenen internationalen Kompositionen aus der 15. Jahrhundert (von Estienne Grossin und Johannes Ciconia), die den internationalen Status der Stadt und den lebendigen Kulturaustausch zwischen dem Krakauer Hof und andere Zentren Europas zeigen.

 

Mit dem Wort «Dragma» wurde im hohen Mittelalter ein sehr wandelbares Notenzeichen bezeichnet, das verschiedene rhythmische Bedeutungen annehmen konnte. Das Ensemble Dragma widmet sich der Musik des hohen Mittelalters. Dabei erforscht es die Schnittstellen zwischen Monodie und Polyphonie, untersucht die Gegensätze und Gemeinsamkeiten zwischen Stimme und Instrument und arbeitet mit starken Solisten im Ensemble. Entsprechend seiner Namenswahl arbeitet das Ensemble nach originalen Quellen, und bleibt bei der Suche nach vergessenen Klängen und Geschichten offen für neue Interpretationen.

Im Kernensemble werden drei renommierte Musikerpersönlichkeiten vereint: Agnieszka Budzińska-Bennett, Jane Achtman und Marc Lewon. Die flexible Besetzung mit zwei Sängern, Harfe, Vielle und Laute erlaubt es, das Repertoire des hohen Mittelalters einem heutigen Publikum lebendig und vielseitig nahe zu bringen. Weitere anerkannte SpezialistInnen für mittelalterliche Musik treten in variablen Programmkonstellationen hinzu.

Auf die Gründung des Ensembles im Jahr 2012 folgte eine Tournee in Deutschland, Frankreich und der Schweiz mit dem Programm «Königreich des Himmels». Eine Einspielung des Programms erschien 2014 beim Label Ramée und wurde sofort mit einem diapason découverte prämiert. 2017 konzipierte das Ensemble das interdisziplinäre Programm «Song of Beasts» mit animierten Bildern, Texten und Musik, welches 2020 als Doppel-CD/DVD beim Label Ramée erschien. 2020/21 entstand ein weiteres interdisziplinäres Programm «Musikalische Delikatessen», dass die Vielfalt des Essens und Trinkens im Mittelalter präsentierte. Mit «KRAS» wagt sich das Ensemble Dragma 2023/2023 nun an sein bisher grösstes Projekt, eine Gesamtaufnahme, Edition und schweizweite Tournee mit Perlen polnischer Musik des Spätmittelalters.